Arsen


Arsen

Arsēn, Arsenik (schwarzer oder grauer), Fliegenstein, Scherbenkobalt, Cobaltum, Arsenĭcum, chem. Zeichen As, grauweißes, kristallinisches (rhomboedrisches), sprödes Metall; findet sich gediegen oder mit andern Elementen im Arseneisen, Arsenkies, Speiskobalt, Glanzkobalt, Realgar, Auripigment etc. Atomgewicht 74,45; spez. Gewicht 5,73; auch in einer schwarzen, amorphen und einer grauen, pulverförmigen Modifikation von je 4,71 spez. Gewicht darstellbar; verflüchtigt sich beim Erhitzen ohne zu schmelzen mit knoblauchartigem Geruch. A. und seine Verbindungen sind sehr giftig. Es dient als Zusatz zu Spiegelmetall, zu Blei in der Schrotfabrikation etc. Unter Luftzutritt erhitzt, gibt A. arsenige Säure (weißen Arsenik, Rattengift), technisch dargestellt in sog. Gifthütten durch Rösten von Arsenkiesen, wobei sich die Dämpfe in besondern gemauerten Kondensationsräumen zu unreiner, grauer arseniger Säure (Giftmehl) verdichten, die, nochmals sublimiert, die reine Säure in Form von weißem Arsenglas und von weißem Giftmehl (Hüttenrauch, Hedri, Hidri) liefert. Das farblose, glasartige Arsenglas verwandelt sich beim Liegen an der Luft in eine weiße, porzellanartige Masse. Schwer löslich in Wasser (die Lösung schmeckt süßlich), leichter in Säuren. Arsenige Säure ist sehr giftig, wird medizinisch und technisch (zu grünen Farben, als Gift, zur Konservierung von Tierbälgen, als Beize in der Färberei, zur Reinigung der geschmolzenen Gläser) verwendet, liefert Salze, von denen Kaliumarsenit in einprozentiger Lösung als Fowlersche Lösung offizinell ist. In kleinen Mengen wiederholt genommen, verleiht arsenige Säure gesundes Aussehen und Ausdauer zu Anstrengungen (Arsenikesser, bes. in Steiermark, Salzburg und Tirol); Pferde werden durch geeignete Arsenikfütterung glatt und fett. Durch Kochen mit Salpetersäure erhält man aus ihr Arsensäure, eine farblose, zerfließliche, stark sauer schmeckende, kaum giftige Kristallmasse, als Oxydationsmittel bei Darstellung der Anilinfarben und in der Färberei verwendet. Arsenwasserstoff, höchst giftiges, farbloses Gas, entsteht bei Einwirkung von Schwefelsäure auf eine Zinkarsenlegierung oder bei der Darstellung von Wasserstoff aus Zink und Schwefelsäure bei Zusatz von Arsenverbindungen, gibt, durch ein erhitztes Glasrohr geleitet, darin einen spiegelnden Belag von metallischem A. (Arsenspiegel), brennt mit bläulichweißer Flamme, in der sich kalte Gegenstände (weiße Porzellanschälchen) mit braunen Flecken (Arsenflecken) bedecken. Der Nachweis des A. im Marshschen Apparat beruht auf diesen Eigenschaften. Schwefel-A. (Arsensulfide) gibt es zweierlei: Arsensulfür (s. Realgar) und Arsensulfid (s. Auripigment). – Vgl. Valeur (frz., 1904).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • arsen — ARSÉN s.n. 1. Element chimic semimetalic, de culoare cenuşie cu luciu argintiu, folosit în aliaje. ♢ Trioxid de arsen = pulbere cristalină de culoare albă, foarte toxică; şoricioaică. 2. Arsenic. – Din germ. Arsen. Trimis de ana zecheru,… …   Dicționar Român

  • Arsen [2] — Arsen, As, Atomgewicht 75, spez. Gew. 5,72, kommt in der Natur in freiem Zustande – gediegen – als Scherbenkobalt vor; häufiger in Verbindung mit Schwefel als Realgar, Auripigment oder mit Metallen als Arsenkies, Glanzkobalt. Es bildet… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Arsen — Sn (ein Gift, ein Halbmetall) erw. fach. (15. Jh., Form 19. Jh.) Entlehnung. Als Arsenik entlehnt aus spl. arsenicum, das auf gr. arsenikón (arrenikón) zurückgeht. Bezeichnet wird damit im Deutschen zunächst das weiße Arsenik, während die gelben… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Arsēn — (Arsenĭcum, Arsenikmetall, Arsenikkönig, Schwarzer od. Grauer Arsenik, Fliegenstein, Chem.), chem. Zeichen: As, atom. Gewicht: 937,5 od. 75 (H = i). Metall, den Griechen nur in seiner Verbindung mit Schwefel, als Auripigment, den Arabern gis Oxyd …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Arsen — Àrsen DEFINICIJA ONOMASTIKA m. os. ime; isto: Àrsenij; hip.: Árso pr.: Àrsenić (315, Slavonija, Lika), Arseníjević, Àrsenov, Arsénović, Ȃrsić (178, I Slavonija, Istra) ETIMOLOGIJA grč. Arsḗnios ← ársēn: muževan …   Hrvatski jezični portal

  • Arsēn — (Arsenik) As, chem. Element, findet sich gediegen als Scherbenkobalt (Näpfchenkobalt, Fliegenstein, Cobaltum) namentlich auf Gängen im kristallinischen Schiefer und Übergangsgebirge, in feinkörnigen bis dichten Aggregaten, derb, eingesprengt,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Arsen [1] — Arsen, gediegen (Arsenik), As, kommt in natürlichem Zustand meist in derben, dichten, oft traubigen, schaligen Massen vor; bricht uneben und feinkörnig; spröd; Härte 3–4, spez. Gew. 5,7–5,8; metallglänzend, im frischen Bruch… …   Lexikon der gesamten Technik

  • ARSEN — Arcadiae fluv …   Hofmann J. Lexicon universale

  • àrsēn — m 〈G arséna〉 kem. element kovinskih i nekovinskih osobina (simbol As, atomski broj 33) ✧ {{001f}}lat. ← grč …   Veliki rječnik hrvatskoga jezika

  • Arsen — er et grundstof med atomnummer 33 i det periodiske system. Symbol As …   Danske encyklopædi